Auf der vor kurzem stattfindenden Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas hat der Hardware-Produzent MSI, der unter anderem Note- und Netbooks produziert, ein Gerät vorgestellt, das eine neue Nische besetzen könnte.
Denn wer heute einen extrem portablen Computer haben will greift entweder zu einem Netbook, die zwar sehr günstig sind, aber dafür auch nur eine sehr eingeschränkte Leistung liefern können, oder zu Geräten wie dem MacBook Air. Die kommen in der Regel mit Tastatur und Bildschirm in Normalgröße daher und bringen eine mit vollwertigen Laptops vergleichbare Leistung - kosten dafür aber auch eine ganze Menge.
Das nun vorgestellte Gerät “X320″ von MSI versucht jetzt offensichtlich, den entstandenen Platz zwischen günstigem Netbook und teurem Subnotebook einzunehmen. Das Gerät erinnert von Design und Abmessungen stark an Apples MacBook Air. So ist das X320 im zugeklappten Zustand z.B. knappe 2 Zentimeter hoch - nur minimal mehr als das Apple Gerät mit 1,94 Zentimetern an der dicksten Stelle.
Auch die Tastatur und der Bildschirm im Breitbild-Format könnten einem normalgrossen Laptop entspringen. Mit einer Diagonale von 13,4 Zoll und einer Auflösung von 1366 x 768 braucht sich besonders letzterer nicht zu verstecken.
Trotz aller Ähnlichkeiten zu teureren Produkten: An irgend einer Stelle muss MSI offensichtlich sparen, um den deutlich günstigeren Preis halten zu können - und diese stelle ist der Prozessor. Denn hier verbaut MSI einen Atom Prozessor von Intel, der eigentlich primär für kleinere Netbooks gedacht ist. So wird das X320 wohl weniger Leistung bringen, als man beim ersten Blick auf das schicke Gerät denken würde - besonders da in Konkurrenzprodukten ein Intel Core 2 Duo verbaut wird, der allein schon durch die Verfügbarkeit von zwei unabhängigen Rechenkernen eine deutlich höhere Leistung erzielt als der Intel Atom Z530 mit 1,6 GHz, den MSI im X320 verbaut.
Über den verwendeten Chipsatz, der den Prozessor mit dem Rest der Hardware verbindet, hat MSI noch nichts genaueres bekanntgegeben - aber bis zu 2 Gigabyte Arbeitsspeicher - so viel steht bereits fest - soll er unterstützen.
Software und Daten speichert das X320 auf einer in Notebooks üblichen 2,5 Zoll Festplatte. Die Option, stattdessen auf Wunsch auch schnellere und stromsparende Solid-State-Disks zu verbauen scheint bisher nicht geplant zu sein und auch ein optisches Laufwerk fehlt komplett - eine externe Variante kann aber bei Bedarf über USB angeschlossen werden.
Die integrierte WLAN-Schnittstelle unterstützt die Standards 802.11 a/b/g und n.
Im Klartext bedeutet das, dass damit drahtlose Netzwerkverbindungen mit einer Geschwindigkeit von bis zu 248 Mbit/s möglich sind. Daneben steht natürlich auch ein Anschluss für kabelgebundene Netzwerke zur Verfügung.
Ebenfalls mit von der Partie ist auch noch der Funk-Standard Bluetooth, der die Verbindung mit Mobiltelefonen, Headsets und allen möglichen andere Peripherie-Geräten erlaubt.
Der Modem Anschluss wirkt besonders in diesem Kontext etwas veraltet, die drei USB Anschlüsse hingegen sind ungemein praktisch, müssen die Benutzer manch anderer Geräte doch mit einem einzigen USB-Anschluss auskommen. Externe Monitore können vom X320 über den VGA-Anschluss angesteuert werden.
Eine kleine Besonderheit ist die UMTS Schnittstelle, denn diese unterstütz sogar den beschleunigten Standard HSDPA und rüstet das Gerät somit ausgezeichnet für den mobilen Online-Einsatz.
Aber für wahre Mobilität braucht es auch einen anständigen Akku - und auch den verspricht MSI: Der Standard-Akku soll 5 Stunden halten, ein 8-zelliger Akku, der auf Wunsch zusätzlich erworben werden kann, sogar ganze 10.
Damit verspricht das X320 vor allem ein schickes, leichtes Gerät für alle zu werden, die gerne mobil sind und dabei nicht auf ein ansprechendes Design und eine gut bedienbare Standard-Tastatur verzichten mögen.
Bestätigte Termine für die Markteinführung gibt es vorerst nur für die USA: Dort soll das Gerät noch im zweiten Quartal 2009 auf den Markt kommen. Die Kosten sollen, je nach gewünschter Ausstattung, zwischen 799 und 999 US-Dollar liegen. Das entspricht in etwa einem Preis von 560 bis 740 Euro. Alles in allem ein nettes Gadget, z. B. als Ergänzung für Besitzer eines Iphone, das ja auch in der neuen Version noch einige Schwächen aufweist.